top of page

Meine zwei Minuten zum Weltfrauentag - Frauen sind mehr als ein Rabatt im Drogerieregal.

Heute ist Weltfrauentag.

Und wenn ich mir heute etwas wünschen dürfte – für mich und für alle anderen Frauen – dann wäre es vielleicht genau das:

Gesehen zu werden.

Gehört zu werden.

Ernst genommen zu werden.


Nicht nur heute. Sondern an jedem einzelnen Tag.


Heute möchte ich meine zwei Minuten mit euch teilen.

Meine zwei Minuten zum Nachdenken.

Meine zwei Minuten zum Innehalten.


Die Inspiration dazu kam an einem ganz gewöhnlichen Ort.

Im Drogeriemarkt.


Ich lief durch die Gänge, eigentlich ohne besondere Gedanken, als plötzlich eine fröhliche Stimme aus den Lautsprechern erklang.


„Diesen Sonntag ist Weltfrauentag! Und deshalb gibt es 20 % auf Binden und Tampons «einer bestimmten Marke».“


Ich blieb stehen.

Nicht, weil ich die Produkte brauchte.

Ganz im Gegenteil.

Diese Produkte brauche ich heute nicht mehr.


Und trotzdem hat mich dieser Moment berührt.

Vielleicht gerade deshalb.


Denn ich weiss, wie viel mehr hinter einem Frauenkörper steckt als das, was in einem Drogerieregal steht.


Ich weiss, wie viele Frauen jeden Monat Schmerzen erleben, die niemand sieht.

Ich weiss, wie viele Frauen jahrelang nach Diagnosen suchen.

Ich weiss, wie oft Frauen mit Sätzen abgespeist werden wie:

„Das ist doch normal.“

„Das haben viele Frauen.“

„Stell dich nicht so an.“


Gerade bei Krankheiten wie Endometriose/ Adenomyose hören Frauen solche Sätze viel zu oft.


Und in diesem Moment im Drogeriemarkt dachte ich:

Ist das wirklich das, was wir am Weltfrauentag feiern wollen?

Rabatte auf Dinge, die Frauen sowieso brauchen?


Versteht mich nicht falsch.

Hygieneprodukte sind wichtig.


Aber Frauen sind so viel mehr als das.


Der Weltfrauentag erinnert uns eigentlich an etwas anderes.

Er erinnert uns daran, dass Frauen über Jahrzehnte für Rechte kämpfen mussten – und noch immer kämpfen.


Für Wahlrecht.

Für Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

Für gleiche Chancen.

Für gleiche Bezahlung.


Und dieser Weg ist noch lange nicht zu Ende.


Was Frauen wirklich brauchen, sind keine Prozentzeichen auf Produkten.


Wir brauchen medizinische Forschung, die den weiblichen Körper ernst nimmt.

Wir brauchen Ärztinnen und Ärzte, die Schmerzen von Frauen nicht bagatellisieren.

Wir brauchen mehr Wissen über Frauengesundheit, über den Zyklus, über Krankheiten wie Endometriose & Adenomyose.

Wir brauchen sichere Räume für Frauen.

Wir brauchen Schutz vor Gewalt - vor körperlicher, psychischer, sexualisierter und digitaler Gewalt.

Wir brauchen echte Gleichberechtigung – nicht nur als Wort, sondern als gelebte Realität.

Wir brauchen gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.

Wir brauchen die gleichen Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf.

Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen und in der Politik.

Wir brauchen Bildung und Zugang zu Wissen für alle Mädchen weltweit.

Wir brauchen Aufklärung über den eigenen Körper – ohne Scham und ohne Tabus.

Wir brauchen Unterstützung für Mütter und Familien.

Wir brauchen Anerkennung für Care-Arbeit und unbezahlte Arbeit.

Wir brauchen Vorbilder, die Mädchen zeigen, dass sie alles werden können.

Wir brauchen eine Gesellschaft, die Frauen zuhört und ihnen glaubt.

Wir brauchen Respekt für Entscheidungen über den eigenen Körper.

Wir brauchen Solidarität unter Frauen statt Konkurrenzdruck.

Wir brauchen Räume, in denen Frauen ihre Stimme erheben können.

Wir brauchen die Freiheit, unseren eigenen Weg zu gehen.


Und vielleicht brauchen wir vor allem eines:

Dass Frauen geglaubt wird.

Wenn sie sagen, dass etwas weh tut.

Wenn sie sagen, dass etwas nicht stimmt.

Wenn sie sagen, dass sich etwas verändern muss.


Der Weltfrauentag ist kein Rabatt-Tag.


Er ist eine Erinnerung daran, dass Gleichberechtigung noch immer Arbeit ist.

Vielleicht lohnt es sich heute, zwei Minuten innezuhalten und sich zu fragen:


Was brauchen Frauen wirklich?

Und vielleicht auch: Was kann ich tun?


Von Herz zu Herz

endoli | lisa hochstrasser

 
 
 

Kommentare


bottom of page