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Der EndoMarch – sichtbar werden für das, was oft unsichtbar bleibt

Aktualisiert: 1. März

Einmal im Jahr gehen weltweit Menschen auf die Strasse, um auf Endometriose aufmerksam zu machen. Sie laufen, sie halten Schilder hoch, sie teilen ihre Geschichten. Für viele ist es ein Zeichen der Stärke. Für andere ein stilles Mitgehen von innen. Denn nicht jede Betroffene kann oder will laut sein. Nicht jede kann marschieren. Und doch verbindet uns alle dasselbe Thema: gesehen werden.


Endometriose ist eine Krankheit, die man oft nicht sieht. Keine offensichtlichen Wunden, keine Gipsverbände, keine äusseren Spuren. Und doch hinterlässt sie tiefe Spuren im Körper. Schmerzen, Erschöpfung, Einschränkungen, Zweifel. Für viele von uns ist der Alltag ein Balanceakt zwischen Funktionieren und Aushalten – zwischen „Es geht schon“ und „Es geht eigentlich nicht mehr“.


Der Endo March erinnert daran, dass diese Erfahrungen real sind. Dass sie zählen. Dass sie nicht übertrieben, eingebildet oder „halt einfach Frauenprobleme“ sind. Er gibt uns eine Stimme – auch dann, wenn wir sie selbst manchmal verloren glauben.


Was mich am Endo March besonders berührt, ist nicht nur die Sichtbarkeit nach aussen, sondern auch die Verbindung nach innen. Zu wissen: Ich bin nicht allein. Da draussen gibt es so viele andere Frauen, die ähnliche Wege gehen, ähnliche Schmerzen kennen, ähnliche Fragen tragen. Diese stille Verbundenheit ist oft genauso kraftvoll wie jedes Plakat.


Für mich bedeutet der Endo March dieses Jahr auch, selbst ein Zeichen zu setzen – auf meine Weise. In Zusammenarbeit mit dem KSA darf ich vier Auszeiten (Kurse) anbieten. Als bewusstes Zeichen für mehr Sichtbarkeit, Austausch und Selbstfürsorge. Räume, in denen nicht erklärt, sondern gefühlt werden darf. Wo Frauen zusammenkommen, die wissen, wie sich unsichtbare Wunden anfühlen.


Und dann gibt es da noch einen ganz persönlichen Moment: Meine Tochter und ich gehen gemeinsam an den Limmatlauf. Mit speziell gedruckten T-Shirts von Tana und Endo-Help. Nicht, um laut zu sein – sondern um sichtbar zu sein. Um zu zeigen, dass Endometriose existiert. Dass sie viele betrifft. Und dass Aufklärung schon im Kleinen beginnt.


Denn Sichtbarkeit bedeutet nicht immer, auf einer grossen Bühne zu stehen. Manchmal bedeutet sie, einfach da zu sein. Mitzugehen. Mitzufühlen. Ein Zeichen zu setzen – auf die eigene Art.

Endometriose betrifft nicht nur den Körper. Sie berührt auch das Selbstbild, das Vertrauen in den eigenen Körper, die Beziehung zu sich selbst. Viele von uns haben gelernt, stark zu sein, durchzuhalten, nicht zu klagen. Doch der Endo March lädt uns ein, kurz innezuhalten. Nicht um zu kämpfen, sondern um anzuerkennen. Um zu sagen: Das, was ich erlebe, ist real.


Sichtbarkeit beginnt oft leise. In Gesprächen. In Begegnungen. In kleinen Gesten. Und genau diese kleinen Akte machen einen Unterschied. Jeder Schritt, jedes Wort, jedes Zeichen trägt dazu bei, dass Endometriose nicht länger unsichtbar bleibt.


Der Endo March ist kein Ziel. Er ist ein Schritt. Ein Schritt in Richtung Verständnis, Aufklärung und Mitgefühl –für andere und für uns selbst.


von Herz zu Herz

endoli | lisa hochstrasser

 
 
 

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